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Staatliche Realschule Berching
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„Regional schmeckt besser!“ – Die 7. Klassen entdecken die Ernährung der Zukunft


Am 19.05.2026 nahmen die 7. Klassen im Rahmen der Alltagskompetenztage an einem abwechslungsreichen Workshop zum Thema „Ernährung in Zeiten des Klimawandels“ teil. Referentin war die Ernährungsexpertin Frau Götz, die gemeinsam mit ihrer Familie einen Bauernhof in Raitenbuch betreibt.
Mit der provokanten Aussage „Wir sind die größten Umwelt- und Klimasünder“ machte Frau Götz eindrucksvoll auf die Verantwortung des Menschen im Umgang mit der Natur aufmerksam. Besonders in den Industrienationen werden zu viele Ressourcen verbraucht, die sich nicht schnell genug erneuern können. Dass die Belastungsgrenze der Erde längst erreicht ist, zeigt auch der sogenannte Erdüberlastungstag, der in diesem Jahr bereits auf den 10. Mai fiel. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, wie groß unser ökologischer Fußabdruck durch Ernährung, Kleidung, Mobilität und Konsum insgesamt geworden ist und welche Folgen dies für Umwelt und Klima hat – etwa Dürreperioden, Überschwemmungen oder Starkregenereignisse.
Ein weiterer Schwerpunkt des Workshops war der bewusste Umgang mit Lebensmitteln. Frau Götz erklärte, dass jeder Mensch in Deutschland jährlich rund 82 Kilogramm Lebensmittel wegwirft – vieles davon vermeidbar. Durch besseres Planen, gezieltes Einkaufen und richtige Lagerung könne jeder Einzelne einen Beitrag leisten. Anhand eines Saisonkalenders zeigte die Referentin außerdem, welche Obst- und Gemüsesorten regional und saisonal verfügbar sind.
Besonders spannend wurde es bei den praktischen Verkostungen. Die Schülerinnen und Schüler durften regionale Produkte mit importierten Lebensmitteln vergleichen und erschmecken. Naturtrüber Apfelsaft aus einer Mosterei in Berching trat dabei gegen klaren Apfelsaft aus der Plastikflasche an, ebenso Erdbeeren und Gurken aus Deutschland gegen importierte Ware aus Südeuropa. Das Ergebnis war eindeutig: Regional schmeckt besser! Auch weniger beachtete Wildkräuter wie Gänseblümchen oder Schnittlauchblüten wurden vorgestellt und probiert. Darüber hinaus konnten die Jugendlichen ungewohnte Lebensmittel wie rote Beete oder Weißkohl mit allen Sinnen entdecken.
In einer spielerischen Einheit, in welcher jeder aufgefordert war, seine Einkaufs- und Ernährungsgewohnheiten zu bepunkten, wurde schließlich der „Klassensieger“ in Sachen nachhaltige und regionale Ernährung ermittelt.
Abschließend wagte Frau Götz einen Blick in die Zukunft der Ernährung. Gemeinsam wurde überlegt, wie künftig alle Menschen auf der Erde ausreichend versorgt werden können. Vorgestellt wurden alternative Lebensmittel wie Analogkäse, im Labor gezüchtetes Fleisch oder neue Formen der Fischzucht in Kombination mit Gemüseanbau. Auch Chips aus Grillenmehl sowie Algenprodukte wurden probiert. Obwohl der Geschmack zunächst ungewohnt war, zeigten diese Produkte interessante Möglichkeiten für eine nachhaltigere Eiweißversorgung auf.
Insgesamt war der Workshop ein erlebnisreicher und abwechslungsreicher Vormittag mit vielen spannenden Eindrücken und Denkanstößen. Die Schülerinnen und Schüler konnten nicht nur Neues ausprobieren, sondern auch wichtige Erkenntnisse für einen bewussteren und nachhaltigeren Umgang mit Ernährung und Umwelt gewinnen.

Karola Kotissek