Wer kennt sie nicht, die Geschichte von den Zwillingsschwestern Luise und Lotte, die sich im Sommer zufällig in einem Ferienheim treffen, dort verblüfft feststellen, dass das andere Mädchen genauso aussieht wie man selbst und die schließlich, am Ende ihres Ferienaufenthalts, die Rollen tauschen, sodass sich Luise als Lotte zur Mutter nach München aufmacht, während Lotte als Luise zum Vater nach Wien „heimkehrt“.
Erich Kästners Kinderroman hat seit seinem Erscheinen im Jahr 1949 nichts von seinem Reiz eingebüßt und ist daher in besonderem Maße für die Behandlung im Deutschunterricht geeignet. In der Klasse 6b stand dieses Buch nach den Faschingsferien für mehrere Wochen im Mittelpunkt.
Dabei hatten die Schülerinnen und Schüler, eingeteilt in sechs Teams, nacheinander zwei Aufgaben zu bearbeiten. Zunächst sollte eine Hauptperson des Romans (Luise, Lotte, Mutter, Vater…) so umfassend wie möglich beschrieben werden, wobei es um ihre äußeren Merkmale, um ihre Eigenschaften und ihre Beziehungen zu anderen Figuren aus dem Buch ging. Anschließend formte jedes Team einen vorgegebenen Buchausschnitt in eine Spielszene um und führte diese, nach etlichen Proben, auch auf. Gerade das Rollenspiel bereitete den meisten viel Freude: Sie hatten Spaß daran, in eine andere Figur zu schlüpfen, sich eine geeignete Verkleidung auszudenken und passende Requisiten zu organisieren. Erich Kästner hätte an den meisten Darbietungen sicher seine Freude gehabt!
Christian Stemplinger






